Ortschaft

Pantelleria

Pantelleria Pantelleria

Es gibt eine Insel, die keiner anderen Siziliens gleicht: Sie hat keine Sandstrände, sondern Klippen aus schwarzer Lava, nicht den Lärm des Tourismus, sondern die Stille des Windes. Pantelleria erhebt sich in der Straße von Sizilien näher an Afrika als am sizilianischen Festland, ein Vulkankegel aus dunklem Stein, auf dem alles – die Häuser, die Mauern, die Weinberge – aus dem hartnäckigen Dialog zwischen Mensch, Fels und Wind entstanden ist.

Man nennt sie die schwarze Perle des Mittelmeers, und der Name sagt alles: das glänzende Dunkel des Lavasteins, die Dammusi mit ihren weißen Kuppeln, die sich an die Hänge klammern, die als Strauch gezogenen Weinberge in geschützten Mulden – eine landwirtschaftliche Geste, so kunstvoll, dass sie zum Erbe der Menschheit wurde. Hier trinkt man Passito aus Zibibbo, erntet Kapern, badet im Thermalwasser des Spiegels der Venus und blickt vom Elefantenbogen aufs Meer. Diese Insel besucht man nicht einfach: Man hört ihr zu.

"Tochter des Windes" nannten die Alten sie. Und noch heute lebt Pantelleria vom Wind, von der Lava und von einer Schönheit, die hart erkämpft ist.
— Aus der Seele der Insel

Die vulkanische Insel und die Dammusi

Pantelleria ist eine vollständig vulkanische Insel, die größte der kleineren sizilianischen Inseln, die in der Straße von Sizilien nur gut siebzig Kilometer von der tunesischen Küste entfernt liegt. Sand werden Sie hier nicht finden, sondern eine vom Wind über Jahrhunderte geformte Lavalandschaft: steile Klippen, Buchten mit schwarzen Kieseln, Terrassen und Trockenmauern. Das Symbol der Insel ist der Dammuso, das alte würfelförmige Haus aus Lavastein mit weißem Kuppeldach – ein Erbe der arabischen Architektur –, gebaut, um Regenwasser zu sammeln und vor Hitze und dem Tramontana-Wind zu schützen. Dicke Mauern, kleine Fenster, Weiß gegen Schwarz: Der Dammuso ist das Bild Pantellerias schlechthin.


Zibibbo, Passito und die UNESCO-Buschrebe

Wenn eine Geste die Insel mehr als jede andere einfängt, dann die des Bauern, der die Buschrebe anbaut: niedrige Pflanzen, die in kleinen, in den Boden gegrabenen Mulden gezogen werden, um sie vor dem Wind zu schützen und Feuchtigkeit zu bewahren. Diese traditionelle Praxis des Anbaus der Buschrebe von Pantelleria wurde 2014 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen – die erste landwirtschaftliche Praxis der Welt, die eine solche Anerkennung erhielt. Von hier stammt der Zibibbo (Muskateller von Alexandria), eine aromatische Traube, die, in der Sonne getrocknet, den berühmten Passito di Pantelleria DOC und den Moscato hervorbringt: goldene, süße und intensive Weine, die nach Aprikose, Honig und Meer duften.


Der Spiegel der Venus, der Elefantenbogen und die Lavalandschaften

Die Natur Pantellerias ist spektakulär und urtümlich. Der Spiegel der Venus (Specchio di Venere), ein See in einer alten vulkanischen Caldera, wechselt seine Farbe von Grün zu Türkis und birgt an seinem Ufer heiße Quellen und Thermalschlamm. Der Elefantenbogen (Arco dell'Elefante), ein Lavafels, der seinen „Rüssel" ins Meer taucht, ist das Wahrzeichen der Insel. Im Inselinneren ragt die Montagna Grande auf, der erloschene Krater und höchste Punkt der Insel, während an der Nordwestküste die geheimnisvollen Sesi von einer jahrtausendealten Vergangenheit erzählen. Eine Insel, die man langsam erkunden sollte, zu Fuß oder mit dem Boot, auf der Suche nach verborgenen Buchten und Ausblicken, die bis nach Afrika reichen.

Elefantenbogen — eine Lavafelsformation in Gestalt eines trinkenden Elefanten, das Symbol Pantellerias an der Nordostküste.
Spiegel der Venus — ein See in einer vulkanischen Caldera, mit türkisfarbenem Wasser, Thermalschlamm und heißen Quellen.
Montagna Grande — der höchste Punkt der Insel (836 m), ein erloschener Krater zwischen Steineichen und Kiefern, mit 360°-Blick.
Archäologiepark der Sesi — megalithische Grabmonumente aus Lavastein, mit dem imposanten Sese Grande.


Die Kapern, die panteschischen Gärten und die Aromen der Insel

Der Lavaboden Pantellerias schenkt intensive, unverwechselbare Aromen. Die Kaper von Pantelleria IGP ist die berühmteste: von Hand Knospe für Knospe gepflückt und in Salz eingelegt, herrlich duftend, ist sie der Star der Inselküche. Zwischen den Weinbergen überdauern die panteschischen Gärten, kreisrunde Trockenmauer-Einfriedungen, die einen einzelnen Zitrusbaum vor dem Wind schützen – kleine Meisterwerke bäuerlichen Erfindungsreichtums. Auf dem Tisch herrschen Fisch, der Insalata pantesca (Kartoffeln, Tomaten, Kapern und Zwiebeln), das pantesche Pesto und die Baci panteschi, frittierte, mit Ricotta gefüllte Süßigkeiten: die Küche einer Insel, die in jedem Gericht Sizilien und Afrika vereint.


Die Favare, die Thermalquellen und der Nationalpark

Pantelleria ist eine Insel, die unter ihrer Oberfläche noch lebendig ist, wie die Favare zeigen: Fumarolen, aus denen heißer Wasserdampf aufsteigt, vor allem am Morgen sichtbar, neben zahlreichen weiteren thermalen Erscheinungen. In der Grotta di Benikulà (der „natürlichen Sauna" von Sibà) entweicht heißer Dampf aus dem Fels und schenkt ein Wärmebad mit Blick aufs Meer, während sich entlang der Küste Quellen und Buchten mit lauwarmem Wasser öffnen. Zum Schutz dieses einzigartigen Erbes entstand 2016 der Nationalpark der Insel Pantelleria, der erste Nationalpark Siziliens, der etwa achtzig Prozent der Insel bewahrt – zwischen Weinbergen, Trockenmauern und vulkanischer Natur.


Wann man reisen sollte

Frühling — die ideale Jahreszeit: mildes Klima, eine blühende Insel, knospende Kapern und Wege, die sich perfekt zum Wandern durch Weinberge und auf die Montagna Grande eignen.
Sommer — das Meer von seiner besten Seite, Sprünge in die Lavabuchten, der Spiegel der Venus und die Kapernernte; es ist Hochsaison, man sollte rechtzeitig buchen.
Herbst — die Zibibbo-Lese und das Trocknen der Trauben, goldenes Licht und eine ruhigere Insel: die Zeit des Passito.
Winter — der Wind und die Stille, die dampfenden Favare, erdige Aromen und das authentischste, einsamste Pantelleria.

Häufige Fragen zu Pantelleria

Wie erreicht man Pantelleria?

Pantelleria erreicht man mit dem Flugzeug, mit Flügen aus Sizilien (Trapani, Palermo, Catania) und im Sommer aus mehreren italienischen Städten, oder auf dem Seeweg mit den Fähren ab Trapani (eine Überfahrt von einigen Stunden). Der Flughafen liegt nur wenige Kilometer vom Ort entfernt.

Was ist ein Dammuso?

Der Dammuso ist das typische Haus Pantellerias: ein würfelförmiges Gebäude aus trockenem Lavastein, mit dicken Mauern und weißem Kuppeldach, um Regenwasser zu sammeln. Er ist ein Erbe der arabischen Architektur, und heute wurden viele Dammusi als Unterkünfte für Besucher restauriert.

Warum ist die Buschrebe UNESCO-Erbe?

Im Jahr 2014 wurde die traditionelle Praxis der Buschrebe von Pantelleria in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen: Es war die erste landwirtschaftliche Praxis der Welt, die diese Anerkennung erhielt – für das Können, mit dem die Reben niedrig in windgeschützten Mulden gezogen werden.

Gibt es Strände auf Pantelleria?

Pantelleria hat keine Sandstrände: Als vulkanische Insel bietet sie Buchten und Klippen aus Lavafels, Kieselbuchten und natürliche Becken. Man badet, indem man von den Felsen springt oder in den Buchten; nicht versäumen sollte man auch den Thermalsee Spiegel der Venus.

Was sollte man auf Pantelleria essen und trinken?

Die typischen Aromen sind die Kaper von Pantelleria IGP, die Insalata pantesca, Fisch, das pantesche Pesto und die süßen, mit Ricotta gefüllten Baci panteschi. Zu trinken gibt es den Passito di Pantelleria DOC und den Moscato aus der Zibibbo-Traube: einer der berühmtesten Süßweine Italiens.

Was sind die Favare und die natürliche Sauna?

Die Favare sind Fumarolen, Risse im Fels, aus denen heißer Wasserdampf entweicht – ein Zeichen des noch aktiven Vulkanismus. In der Grotta di Benikulà in Sibà schafft der natürliche Dampf eine echte „Sauna" inmitten der Landschaft, mit einem spektakulären Blick aufs Meer.


Mehr entdecken

Für offizielle Informationen, Besucherdienste und Neuigkeiten über die Insel besuchen Sie die offizielle Website der Gemeinde Pantelleria.

Verwandte Inhalte

Zwischen Monte Bonifato und dem Meer — ein Mosaik aus goldenem Stein, Weinbergen und weiten Horizonten

Alcamo

Eine Stadt, die sich von der Höhe ihres Berges erzählt und sich im Golf von Castellammare spiegelt. Mittelalterliche Burgen, barocke Kirchen und der helle Duft ihres berühmtesten Weins erwarten alle, die sie in Ruhe erkunden möchten.

Buseto

Ein Spaziergang durch die Düfte und Farben einer Gartenstadt.

Calatafimi Segesta

Eine Reise durch die Zeit im Herzen Siziliens

Campobello Di Mazara

Die jahrhundertealten Olivenbäume prägen die Landschaft

Die arabisch-normannische Hafenstadt am Golf, zwischen der Festung am Meer, den Faraglioni von Scopello und dem Zingaro-Reservat

Castellamare Del Golfo

Eine Burg, die den Hafen seit dem Mittelalter bewacht, ein Altstadt, die in Stufen vom Meer aufsteigt, die Faraglioni von Scopello und das Tor zum Zingaro-Reservat. Castellammare del Golfo ist die Fischerstadt, in der Westsizilien, mediterrane Geschichte und Natur zu einer einzigen Aussicht verschmelzen.

Castelluzzo

Ein kleines Juwel, das die wildeste Seite von San Vito Lo Capo darstellt.

Castelvetrano

Reine, unberührte Natur

Die Marmorstadt am Fuß des Monte Cofano, zwischen dem Heiligtum der aus dem Meer angekommenen Madonna und der lebenden Krippe in der Mangiapane-Höhle

Custonaci

Ein marianisches Heiligtum, das ein Gemälde bewahrt, das der Schule von Antonello da Messina zugeschrieben wird, ein Höhlendorf, in dem jedes Weihnachten die eindrucksvollste lebende Krippe Siziliens erwacht, das Naturschutzgebiet Monte Cofano und hundert Marmorbrüche. Custonaci ist das intime und fromme Westsizilien.

Die mittelalterliche Stadt in 751 Metern Höhe, zwischen dem Venustempel und den mit Katzenkopfsteinen gepflasterten Gassen mit Blick aufs Mittelmeer

Erice

Eine normannische Burg auf den Ruinen des Tempels der Venus Erycina, ein mittelalterliches Städtchen aus Steingassen, die im Nebel verschwinden, der Blick von den Balio-Gärten bis zu den Ägadischen Inseln. Erice ist das westliche Sizilien aus 751 Metern Höhe, wo jedes Jahrhundert einen Turm hinterlassen hat.

Favignana

Die größte der Ägadischen Inseln ist Favignana

Die vom Erdbeben zerstörte und als Freilichtmuseum für zeitgenössische Kunst wiedergeborene Stadt, zwischen Burris Cretto und den Werken der großen Meister des 20. Jahrhunderts

Gibellina

Eine vom Belice-Erdbeben dem Erdboden gleichgemachte Stadt, wiederaufgebaut als ein einziges, gewaltiges Kunstwerk: die Stella di Consagra als ihr Tor, die große weiße Kugel der Chiesa Madre und wenige Kilometer entfernt der Cretto di Burri, das Leichentuch aus Beton, das die Ruinen der alten Stadt umhüllt. Gibellina, Italienische Hauptstadt der zeitgenössischen Kunst 2026.

Isole Egadi

Favignana, Marettimo, Levanzo: die Schatzinseln.

Levanzo

Kleine und wilde

Macari

Macari ist ebenso wie Castelluzzo ein Ortsteil von San Vito Lo Capo.

Marettimo

Unberührten Natur

Marsala

Wein, Barockkunst und Windmühlen

Die Stadt, in der Sizilien zu Afrika wird – zwischen den arabischen Gassen der Kasbah, dem aus dem Meer zurückgekehrten Tanzenden Satyr und der größten Fischereiflotte Italiens

Mazara del Vallo

Ein Labyrinth aus islamisch geprägten Gassen, in denen Arabisch erklingt, eine aus der Tiefe geborgene griechische Bronze, die allein in einem Museum tanzt, eine barocke Kathedrale, die über einer Moschee wuchs, und vierhundert Fischkutter, die jeden Tag die berühmte rote Garnele heimbringen. Mazara del Vallo ist der Punkt, an dem Europa Afrika berührt.

Die jüngste Gemeinde Siziliens, ein Mosaik aus Weilern zwischen den Salinen, den goldenen Stränden von Marausa und dem nach Meer duftenden Land südlich von Trapani

Misiliscemi

2021 aus dem Zusammenschluss von acht alten Weilern entstanden, ist Misiliscemi keine Stadt, sondern ein Landstrich: der lange Strand von Marausa mit Blick auf die Stagnone-Lagune, die Salinen von Salinagrande, die landwirtschaftlichen Fluren mit arabischen Namen und der Flughafen, das Tor zum westlichen Sizilien. Das authentische Sizilien, das man eher lebt als besichtigt.

Paceco

Windmühlen, Salzebenen und rosa Flamingos. Es kommt einem wie in einem Film vor, ist aber Wirklichkeit.

Partanna

Das mittelalterliche Dorf, umgeben von Natur.

Petrosino

Eingebettet und mit dem Blick auf ein transparentes Meer gerichtet.

Poggioreale


Die Ruinen, die ein Volk kennzeichnen.

 

Riserva Naturale Orientata Dello Zingaro

Das erste Naturschutzgebiet, das in Sizilien eingerichtet wurde, ein unberührtes Paradies aus Klippen, die steil ins Meer fallen.

Salaparuta

Das Zeichen eines heftigen Erdbebens.

Für einen Tag die erste Hauptstadt Italiens, eines der schönsten Dörfer Italiens hoch über den Hügeln des Belice, zwischen Garibaldis Burg, den Ruinen der Mutterkirche und den Votivbroten vo

Salemi

Eine normannisch-staufische Burg, auf der Garibaldi als Erster die italienische Trikolore hisste und Salemi so zur ersten Hauptstadt Italiens machte; eine Mutterkirche, die das Erdbeben von Belice in eine Freilichtbühne verwandelte und die Álvaro Siza neu erdachte; die arabischen und jüdischen Gassen der Altstadt und die Votivbrote von San Giuseppe. Salemi ist das Sizilien der Geschichte und des Brotes.

Ein goldenes Sandband zwischen dem Monte Monaco und dem Naturschutzgebiet Zingaro, wo Sizilien auf sein klarstes Meer trifft

San Vito Lo Capo

Der meistfotografierte Strand Siziliens, ein Wehrsanctuarium, das seit dem 16. Jahrhundert über das Dorf wacht, und eines der eindrucksvollsten Naturschutzgebiete des Mittelmeers. San Vito Lo Capo entdeckt man langsam, barfuß zwischen dem Weiß der Häuser und dem Türkis des Meeres.

Santa Ninfa

Ein einzigartiges Naturschutzgebiet auf Sizilien

Die sichelförmige Stadt, die sich zwischen zwei Meeren erstreckt, zwischen den Salinen mit ihren Windmühlen, den Misteri des Karfreitags und dem Hafen, von dem aus man zu den Egadi aufbricht

Trapani

Ein schmaler Landstreifen zwischen zwei Meeren, Salinen, die bei Sonnenuntergang zu Gold und Rosa werden, Windmühlen, die das Meersalz g.g.A. mahlen, die längste Misteri-Prozession Italiens und der Hafen, von dem aus die Tragflügelboote nach Favignana ablegen. Trapani ist die reizvolle, salzige Hauptstadt Westsiziliens.

Valderice

Ein Bad im blauen Meer, eine Radtour durch die Hügel, vier Schritte durch die Geschichte: der Triathlon der Reisenden.

Vita

Im grünen Lunge Siziliens: der Baronia-Wald.

Fragen? Antworten!

Planen Sie Ihren Urlaub

Diese Website ist Ihr perfekter Urlaubsplaner! Hier finden Sie alle wichtigen Infos und Ansprechpartner, falls Sie Fragen haben.

Danke

Vielen Dank: Wir haben Ihnen eine E-Mail gesendet, um Ihr Abonnement zu aktivieren und gegebenenfalls Ihre Präferenzen auszuwählen

Etwas ist schief gelaufen

versuchen Sie es erneut

Fehler